Berlin, 23. Januar 2001
Britische Klonfreigabe kein Vorbild
Vor einem "Ethik-Dumping mit unabsehbaren Folgen" warnt der CDU-Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der
Enquete-Kommission "Recht und Ethik der modernen Medizin" angesichts der nun engültigen Freigabe des Klonens menschlicher Embryonen zu Forschungszwecken in Großbritannien.
"Schröder sollte der Versuchung widerstehen, den naßforschen Kurs seines Kollegen Tony Blair nachzuahmen", fordert Hüppe. "Es muß Besorgnis erregen, wie viele widersprüchliche Äußerungen zu Klonen und Gentechnik in letzter Zeit aus dem rot-grünen Lager kommen", kritisiert Hüppe. Verhängnisvolle Wegmarken seien die Äußerungen des neuen Kulturstaatsministers Nida-Rümelin zur Menschenwürde, die angekündigte "Beerdigung" des geplanten Fortpflanzungsmedizingesetzes und die äußerst merkwürdigen Einlassungen des Bundeskanzlers, er sei gegen "ideologische Scheuklappen und grundsätzliche Verbote" in der Genforschung.
Die Bundesregierung müsse nun endlich klar sagen, was sie plant, wo sie "grundsätzliche Verbote" beibehalten will und welche - etwa durch die Menschenwürde vorgegebene - Grenzen sie nicht überschreiten will. Mit Spannung erwarte er daher die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage zum künftigen Kurs der Bundesregierung in der Gentechnik, die von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in dieser Woche eingebracht wird.
