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Berlin, 05. Oktober 2001

Will rot-grüne Bundesregierung "therapeutisches Klonen"?

Die Bundesregierung hält sich beim sogenannten "therapeutischen Klonen" menschlicher Embryonen zu Forschungszwecken alle Türen offen und will nur das reproduktive Klonen international unterbinden. Zur Antwort der Bundesregierung auf eine entsprechende parlamentarische Frage erklärt der CDU-Gesundheitspolitiker und stellvertretende Vorsitzende der Enquete-Kommission "Recht und Ethik der modernen Medizin" des Deutschen Bundestages Hubert Hüppe:

Mit großem Pressewirbel hatte der grüne Außenminister Fischer seine Initiative zum Verbot des reproduktiven Klonens angekündigt. Das Klonen eines Embryos mit dem Ziel der Geburt eines geklonten Babys sei "unannehmbar und mit der Würde des Menschen nicht vereinbar", so Fischer in Presseerklärungen.

Wenn es mit der Menschenwürde unvereinbar ist, Embryonen mit dem Ziel der Geburt zu klonen, dann muß es auch verboten sein, Embryonen mit dem Ziel zu klonen, sie zu Forschungszwecken zu töten.

Nach der Entscheidung des US-Repräsentantenhauses, jede Art des Klonens menschlicher Embryonen zu unterbinden, besteht eine große Chance, ein solches Verbot international durchzusetzen. Vor diesem Hintergrund bedürfte es keines übergroßen politischen Mutes, sich als Bundesregierung gegen das "therapeutische Klonen" menschlicher Embryonen einzusetzen.

Auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft lehnt in ihren Empfehlungen zur Stammzellforschung vom 3. Mai 2001 sowohl das reproduktive als auch das therapeutische Klonen ab, beides sei "weder naturwissenschaftlich zu begründen noch ethisch zu verantworten" und könne "daher nicht statthaft sein". Sogar die in vielen Punkten zu Recht umstrittene Bioethikkonvention des Europarates verbietet die Herstellung von Embryonen zu Forschungszwecken. Bisher war stets darauf verwiesen worden, dies beinhalte implizit ein Verbot des Klonens.

Die vom grünen Außenminister gestartete Initiative fordert lediglich eine Selbstverständlichkeit. Sie wäre aber darüberhinaus ein Rückschritt. Hätte sie Erfolg, entstünde nämlich der Eindruck, das "therapeutische Klonen" menschlicher Embryonen zu Forschungszwecken begegne keinen Einwänden.

Die von Staatssekretärin Schaich-Walch unterzeichnete Antwort der Bundesregierung belegt: Eine klare eigene Position der Bundesregierung zum "therapeutischen Klonen" gibt es nicht, geschweige denn eine internationale Führungsrolle. Die Bundesregierung hält sich hier vielmehr alle Türen offen.

Beim reproduktiven Klonen hat die Bundesregierung keine Bundestagsdebatte abgewartet. Wozu also der ausdrückliche Hinweis, beim "therapeutischen Klonen" wolle man erst einmal eine intensive Debatte des Bundestages abwarten?

Damit entlarvt sie nicht nur die mit großer Publizität angekündigte Initiative von Joschka Fischer als Täuschungsmanöver. Es stellt sich die Frage, wie denn die Bundesregierung, die es augenfällig vermeidet eine Position zu beziehen, tatsächlich zum "therapeutischen Klonen" steht.

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