Berlin, 13. Mai 2003
Bulmahns Klonkonferenz soll Akzeptanz für das Klonen schaffen
Anläßlich der am Mittwoch beginnenden Klonkonferenz von Forschungsministerin Bulmahn erklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete und stellvertetende Vorsitzende der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin" Hubert Hüppe:
Forschungsministerin Bulmahn hat im Januar eine internationale Klon-Konferenz angekündigt - in der offensichtlichen Absicht, einen fraktionsübergreifenden Beschluß des Bundestages abzuwenden, der die Bundesregierung auf ein internationales Verbot des Klonens menschlicher Embryonen - unabhängig vom damit verfolgten Zweck - festlegt. Die Hoffnung der Ministerin hat sich nicht erfüllt: Am 20. Februar hat der Bundestag diesen unmißverständlichen Beschluß gegen jedes Klonen gefaßt.
Neue Erkenntnisse wird die teure Klon-Konferenz nicht bringen. Vielmehr soll sie der Akzeptanzbeschaffung für die Herstellung geklonter Forschungsembryonen dienen. Bereits in ihrer Pressemitteilung zur Vorstellung des Konferenzprogrammes bezeichnet Bulmahn die Herstellung geklonter Forschungsembryonen beschönigend als "Klonen zum Zwecke der Zellvermehrung". Diese Formulierung ist bei Detlev Ganten entlehnt - das Mitglied von Schröders "Nationalem Ethikrat" hatte Ende Februar in der FAZ ein "Plädoyer für das therapeutische Klonen" gehalten und sich für seine Umbenennung in "gezielte Zellvermehrung" stark gemacht. Bereits Bulmahns Versuch einer semantischen Verschleierung zeigt, in welche Richtung die Ministerin marschieren will.
Tatsächlich stellt die Konferenz, die einigen der vehementesten Verfechter des Klonens zu Forschungszwecken ein Podium bietet, das Klonverbot des Embryonenschutzgesetzes in Frage. Neben Klonbefürworter Detlev Ganten wird etwa Harry Griffin zu Wort kommen, Chef des Roslin-Instituts, das Dolly geklont und vor einem Monat den Beginn des Klonens menschlicher Embryonen angekündigt hat. Ulf Rapp hat bereits Ende 2000 vor dem "Würzburger Kreis" seine "Wunschliste" vorgestellt: Ginge es nach ihm, so sollte das Klonen erlaubt werden, um aus Klonembryonen Stammzell-Linien herstellen zu können. Rudolf Jaenisch bezeichnete anläßlich der Verleihung des Robert-Koch-Preises im Oktober Klonen, embryonale Stammzellen und Gentherapie als "attraktiven Ansatz für die humane Transplantationsmedizin".
Die Klonkonferenz findet vor dem Hintergrund europäischer Verhandlungen über eine Qualitätsrichtlinie für menschliche Zellen und Gewebe statt. Hier tritt die Bundesregierung gegen ein vom Europäischen Parlament bereits beschlossenes Verwertungsverbot geklonter Embryonen für Transplatationen und gegen das vom Parlament ebenfalls beschlossene Verbot des Klonens zu Forschungszwecken ein.
Und genauso unwillig zeigt sich die Bundesregierung bislang, den Bundestagsbeschluß vom 20. Februar umzusetzen, der die unmißverständliche Aufforderung an die Bundesregierung richtete, sich auf UN-Ebene nicht nur für ein Verbot des reproduktiven, sondern jeden Klonens einzusetzen.
Wer jetzt nicht alles tut, um die massenhafte Herstellung geklonter Embryonen zu unterbinden, wird früher oder später mit der Geburt eines Klonbabys konfrontiert sein. Wer geklonte Babys wirklich verhindern will, muß die Herstellung geklonter Embryonen international ächten.