Autismusversorgung weiterentwickeln

Hubert Hüppe, MdB, lädt Elternselbsthilfevertreterin aus Unna zum Fachgespräch nach Berlin ein

Berlin. Der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe lud die Unneranerin Ulrike Nagel von der Elternselbsthilfegruppe Autismus-Spektrum Münster zum Expertengespräch mit Bundestagsabgeordneten nach Berlin ein.

Im Fachgespräch wurden zwei Punkte deutlich. Eine qualifizierte, solide Diagnostik ist elementar für die Förderung von Menschen mit Autismus. Dafür ist die Aus- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten weiter voran zu treiben. Zusätzlich muss nach der Diagnose eine ganzheitliche, interdisziplinäre Beratung neben die medizinische Versorgung treten, um den Zugang zu Hilfeleistungen in unterschiedlichen Lebensbereichen zu erleichtern.

„Jeder Mensch mit Autismus ist anders. Was dem einen hilft, muss für den anderen nicht unbedingt hilfreich sein. Es ist wichtig, dass deutschlandweit ein Netzwerk an Kompetenzzentren aufgebaut wird, in dem die Betroffenen und ihre Angehörigen neben der medizinischen Versorgung auch Hilfe in anderen Lebenslagen, wie zum Beispiel Schule und Ausbildung, bekommen“, so Hüppe.

Ulrike Nagel, Mutter eines von Autismus betroffenen Sohnes, hatte sich an den ehemaligen Behindertenbeauftragten der Bundesregierung gewandt hat und auf die schwierige Versorgungssituation vor allem von jungen Erwachsenen Autisten, die sich im Übergang zwischen Kinder- und Erwachsenenversorgung befinden, aufmerksam gemacht hat. Hüppe besuchte die Elterninitiative und brachte die Thematik auf die Tagesordnung der Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Diese entschied sich im Rahmen eines Fachgesprächs mit Betroffenen, Angehörigen und Verbänden ins Gespräch zu kommen.

„Ein Wunsch für die Zukunft wäre eine Art Ausweis, auf dem die Diagnose und die Ansprüche auf spezifische Nachteilsausgleiche vermerkt werden. Diesen kann der Betroffene bei Ämtern, Schulen und anderen Stellen vorlegen. Damit ist klar, welche Hilfeleistungen gebraucht werden. Denn was im Alltag zeit- und kräfteraubend für die Betroffenen und ihre Familie ist, ist das ständige Kämpfen um Anerkennung der Behinderung und die Bewilligung der Nachteilsausgleiche“, so Ulrike Nagel abschließend.

Eltern und Angehörige aus dem Kreis Unna können sich an die Elterninitiative wenden, die über die Homepage www.elternselbsthilfe-autismusspektrum.net erreichbar ist. Die Treffen sind offen für alle, die Hilfe suchen.