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Gemeinsame Erklärung der Behindertenbeauftragten aller Fraktionen des Deutschen Bundestages Hubert Hüppe (CDU), Silvia Schmidt (SPD), Jörg Rohde (FDP), Ilja Seifert (PDS) und Markus Kurth (Grüne):

Berlin, 23. November 2006

Keine Preisverleihung für Bericht über Kindereuthanasie!

Als behindertenpolitische Sprecher unserer Fraktionen wenden wir uns gemeinsam gegen die Auszeichnung eines Beitrages, der wohlwollend über Kindereuthanasie berichtet.

Wir sind bestürzt über die für morgen, 24.11.2006, geplante Preisverleihung für einen Euthanasietext ausgerechnet im Dresdener Deutschen Hygiene-Museum, in dem gegenwärtig die Ausstellung "Tödliche Medizin - Rassenwahn im Nationalsozialismus" stattfindet. Es ist uns unverständlich, wie die DKV Krankenversicherung und das Deutsche Hygiene-Museum eine solche Arbeit für ihren diesjährigen Medienpreis "Im Zentrum der Mensch" auswählen konnten.

Der mit dem Preis ausgezeichnete Text "Der gute Tod" ästhetisiert die Euthanasie an kranken und behinderten neugeborenen Kindern in den Niederlanden. Der Preisträger Erwin Koch gründet seinen Text nur auf einen "Kronzeugen", den niederländischen Kinderarzt Eduard Verhagen, der Euthanasie an neugeborenen Kindern durchführt. Vier Kinder hat er auf diese Weise mit staatlichem Wissen und Genehmigung durch eine Kommission bereits getötet.

Verhagen begründet seine Tötung schwer kranker und wehrloser Kinder mit ihrem großen Leid. Ihr Leben widerspreche den Interessen des kranken Kindes.

"Von 1933 bis 1945 ermordeten die Nationalsozialisten mehr als 200.000 Menschen im Zuge sogenannter 'Euthanasie'-Maßnahmen, 400.000 wurden Opfer von Zwangssterilisationen", so die Internetseite des Deutschen Hygiene-Museums zur Ausstellung "Tödliche Medizin - Rassenwahn im Nationalsozialismus".

Es gibt kein "lebensunwertes Leben". Niemand darf Menschen mit schwerer Behinderung oder Krankheit töten, und sei es aus Mitleid.

Die geplante Auszeichnung des Kindereuthanasie-Textes wäre ungeheuerlich und verhängnisvoll. Sie muss abgesagt werden.

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