Zum Text springen

 

Berlin, 05. Juli 2001

Klonen ist logische Folge der Forschung mit Embryonalen Stammzellen!

Anläßlich jüngster Forderungen nach Zulassung des Klonens menschlicher Embryonen erklärt der stellvertretende Vorsitzende der Enquete-Kommission "Recht und Ethik der modernen Medizin" des Deutschen Bundestages, der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe:Detlev Ganten, Präsident der Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, hat es als "falsch" bezeichnet, zwar die Forschung an embryonalen Stammzellen, nicht aber das Klonen zuzulassen. Die DFG werde diese Entscheidung korrigieren müssen. Auch der Heidelberger Biomediziner Claus Bartram hat für das therapeutische Klonen plädiert.

Diese Äußerungen von Fachleuten zeigen, wie naiv und falsch die Vorstellung ist, man könne eine Grenze ziehen, so daß in Deutschland nur die Forschung an Stammzellen zulässig ist, die im Ausland aus menschlichen Embryonen hergestellt wurden.

Wer sich mit der Thematik auseinandersetzt hat weiß, daß das Klonen menschlicher Embryonen zur Gewinnung genetisch passenden Gewebes die logische Konsequenz der Zulässigkeit von Forschung mit Embryonalen Stammzellen sein wird. Wer sich dennoch für die "begrenzte" Arbeit mit Embryonalen Stammzellen einsetzt, treibt ein unehrliches Spiel.

Deutliche Hinweise auf die Zielrichtung der Forschung an Embryonalen Stammzellen finden sich bei Oliver Brüstle, der menschliche Embryonale Stammzellen aus dem Ausland importieren will und über die DFG öffentliche Mittel für sein Projekt beantragt hat. Brüstle hat bereits seit 29.04.1999 ein erteiltes deutsches Patent auf sein Verfahren. Die 26-seitige Patentschrift "Neurale Vorläuferzellen, Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre Verwendung zur Therapie von neuralen Defekten" ist veröffentlicht unter DE 19756864 C1 und unter http://www.depatisnet.de recherchierbar.

Brüstles 1999 erteiltes Patent beschreibt die Herstellung von Nerven-Vorläuferzellen aus Embryonalen Stammzellen und ihren Einsatz in Therapien zum Ersatz von Nervenzellen und zum "zellvermittelten Gentransfer ins Nervensystem".

Ausweislich der "Definitionen" in seiner Patentschrift hat sich Brüstle als "bevorzugt" solche Zellen patentieren lassen, die über das Klonen menschlicher Embryonen hergestellt wurden.

Manche Befürworter machen völlig utopische Versprechungen - etwa, daß Stammzellen die Herstellung ganzer Organe erlaubten - und schüren geradezu eine Hysterie, indem sie den falschen Eindruck erwecken, jeder medizinische Fortschritt hänge allein von Embryonalen Stammzellen ab. Die gleiche Hysterie werden diese Leute schüren, wenn es um das sogenannte "therapeutische Klonen" geht.

Das von der Union angestrebte Moratorium für den Import embryonaler Stammzellen ist notwendig und mehr als berechtigt. Parlamentarier und Öffentlichkeit brauchen Zeit, um die Ungeheurlichkeit der anstehenden Weichenstellung in ihrer ganzen Tragweite zu erfassen.

Seitenanfang