Berlin, 10. August 2001
Stammzell-Forschung:
Entscheidung des US-Präsidenten zweischneidig
Zur Entscheidung von US-Präsident Bush erklärt der stellvertretende Vorsitzende der Enquete-Kommission "Recht und Ethik der modernen Medizin" des Deutschen Bundestages, der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe:
Die Entscheidung, nur Forschung mit bereits bestehenden Stammzell-Linien staatlich zu fördern, ist zweischneidig.
Zunächst ist begrüßenswert, daß keine Projekte gefördert werden, für die Embryonen getötet oder gar eigens gezüchtet werden. Damit nimmt Bush eine engere Position als sein Vorgänger ein. Insbesondere zieht der US-Präsident eine ethische Grenze weit unterhalb der Forderungen der Deutschen Forschungsgemeinschaft von Anfang Mai.
Inkonsequent ist Bush' Entscheidung zum einen, als für die Etablierung der Stammzelllinien dennoch einmal Embryonen getötet worden sind.
Zum anderen sind die vielfach geschürten therapeutischen Erwartungen an Embryonale Stammzellen eng mit dem sogenannten therapeutischen Klonen verknüpft. Weil nämlich genetisch identisches Gewebe gewonnen werden soll, haben auf Embryonalen Stammzellen basierende Ansätze nur zusammen mit dem Klonen Sinn. Dieses Klonen aber soll durch ein von Bush unterstütztes Gesetz, das vor 10 Tagen vom Repräsentantenhaus angenommen wurde, in den USA verboten werden.
