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Berlin, 24. August 2001

100 Millionen-Programm für adulte Stammzell-Forschung!

Zur Debatte um die Forschung mit adulten Stammzellen erklärt der stellvertretende Vorsitzende der Enquete-Kommission "Recht und Ethik der modernen Medizin" des Deutschen Bundestages, der CDU-Gesundheitspolitiker Hubert Hüppe:

Die Bundesregierung muß die Forschung mit adulten Stammzellen durch einen Betrag von jährlich 100 Millionen DM fördern. Um das therapeutische Potential zugunsten betroffener Patienten baldmöglichst zu mobilisieren, muß die Forschung forciert werden. Dazu ist weitaus mehr öffentliche Förderung nötig als die von der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfage hin genannten 6 Millionen DM pro Jahr. Dies entspricht gerade einem Prozent der von der US-Regierung bereitgestellten Mittel.

Mit adulten Stammzellen gibt es bereits heute therapeutische Erfolge. Fast täglich kommen neue Erfolgsmeldungen aus dem Ausland. Damit könnten heute erkrankte Patienten auf Heilung hoffen, während bei den ethisch umstrittenen embryonalen Stammzellen Therapien eher Spekulation als konkrete Chancen sind. Insbesondere bieten adulte Stammzellen, da sie vom Patienten selbst stammen, den unschätzbaren Vorteil der Immunverträglichkeit.

Wollte man hingegen immunverträgliche Gewebe aus embryonalen Stammzellen gewinnen, so müßte man den Weg des sogenannten "therapeutischen Klonens" menschlicher Embryonen beschreiten. Diese Embryonen würden dann zur Gewinnung der Stammzellen getötet. Dem "therapeutischen Klonen" liegt eine Ethik des "Heilens durch Töten" zugrunde. Es wird deshalb zu Recht von einer großen Mehrheit der medizinischen Fachleute, der Ethiker und der Öffentlichkeit in Deutschland abgelehnt.

Für das laufende Jahr hat US-Präsident Bush eine Fördersumme von 250 Millionen US-Dollar für die Erforschung adulter und tierischer Stammzellen zugesagt. Will Deutschland den Anschluß an das wissenschaftliche Weltniveau in diesem zukunftsträchtigen Gebiet halten, so sind 100 Millionen DM im Jahr nur angemessen.

Ob Gerhard Schröder und Frau Bulmahn ihre Beteuerungen zum hohen Stellenwert der adulten Stammzellenforschung ernst gemeint haben, oder ob es sich nur um Lippenbekenntnisse handelt, wird sich an der Bereitstellung öffentlicher Mittel für die Erforschung adulter Stammzellen zeigen.

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