Berlin, 27. September 2001
Will die Deutsche Forschungsgemeinschaft das "therapeutische Klonen"?
Zur Befürwortung des "therapeutischen Klonens" durch führende Vertreter der DFG erklärt der stellvertretende Vorsitzende der Enquete-Kommission "Recht und Ethik der modernen Medizin" des Deutschen Bundestages, der CDU-Gesundheitspolitiker Hubert Hüppe:
Die Aussagen der wissenschaftlichen Koordinatorin des DFG-Schwerpunktprogramms "Stammzellen", Dr. Anna Wobus, auf einer Tagung in Berlin müssen beunruhigen: "Zunächst" sollte an humanen embryonalen und adulten Stammzellen geforscht werden, doch böten Stammzellen aus dafür geklonten Embryonen den therapeutischen Vorteil der Immunverträglichkeit, so Wobus bei der Friedrich-Ebert-Stiftung. Selbst auf gezielte Nachfrage aus dem Publikum, ob die DFG in nächster Zukunft den Rubikon des Klonens überschreiten werde, wollte Wobus dies nicht verneinen.
Noch deutlicher wurde Professor Detlev Ganten vom Max-Delbrück-Centrum Berlin: Ohne therapeutisches Klonen könne man das Problem überhaupt nicht diskutieren, therapeutisches Klonen sei "direkte Folge" und "logische Konsequenz" des Einsatzes embryonaler Stammzellen. Ganten ist "ständiger Gast" des Senats der DFG und Mitglied des von Gerhard Schröder berufenen nationalen Ethikrates.
Offen tritt hier zutage, daß die DFG auf das Klonen menschlicher Embryonen zusteuert. Damit entlarven sich die bisherigen Forderungen der DFG nach Import und Herstellung embryonaler Stammzellen als Salamitaktik.
Dem "therapeutischen Klonen" liegt eine Ethik des "Heilens durch Töten" zugrunde. Es wird deshalb zu Recht von einer großen Mehrheit der medizinischen Fachleute, der Ethiker und der Öffentlichkeit in Deutschland abgelehnt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft darf nicht mit Steuergeldern den Weg zu geklonten menschlichen Embryonen als Ersatzteillager ebnen.
