Berlin, 15. Januar 2002
FDP-Vorschlag bedeutet Massenproduktion und Vernichtung menschlicher Embryonen
Zum angekündigten FDP-Entwurf, der die verbrauchende Embryonenforschung legalisieren soll, erklärt der stellvertretende Vorsitzende der Enquete-Kommission "Recht und Ethik der modernen Medizin" Hubert Hüppe MdB (CDU):
Eine Änderung des Embryonenschutzgesetzes noch vor der Bundestagswahl im September ist in der Kürze der verbleibenden Zeit faktisch unmöglich. Deshalb ist der von Ulrike Flach (FDP) angekündigte Gesetzentwurf, mit dem die FDP die Tötung menschlicher Embryonen zur Stammzellengewinnung legalisieren will, in der gegenwärtigen Situation nichts als eine politische Inszenierung.
In Wahrheit ist der Spielraum, innerhalb dessen das Votum des Bundestages am 30. Januar liegen kann, begrenzt durch die Erhaltung des Schutzniveaus des Embryonenschutzgesetzes einschließlich der Konsequenz, Stammzellen-Import abzulehnen, einerseits und der Zustimmung zum Import embryonaler Stammzellen andererseits.
Daher sind Versuche, die - wie auch immer konditionierte - Zustimmung zum Stammzellen-Import als "Kompromißvorschlag" zu etikettieren, unredlich und irreführend. Der Stammzellen-Import ist eine Extremposition innerhalb der Entscheidungsmöglichkeiten des Bundestages am 30. Januar, kein in der Mitte liegender Kompromiß.
Immerhin zeigt der angekündigte FDP-Entwurf aber auf, wohin die Reise ginge, folgte man den radikalen Befürwortern der Embryonenforschung: So hat Frau Flach angekündigt, daß sogar sogenannte Vorkernstadien - also Eizellen, zu deren vollständiger Befruchtung noch die Verschmelzung der Zellkerne fehlt - zur Herstellung von Forschungsembryonen verwendet werden sollen. Offenbar ist der FDP mittlerweile klar geworden, dass die wenigen "verwaisten" Embryonen - laut Deutschem IVF-Register jedenfalls weniger als 71 aus den Jahren 1998 bis 2000 - voraussichtlich nicht einmal zur Herstellung einer einzigen Stammzelllinie ausreichen.
In Deutschland existieren ca. 60.000 solcher tiefgekühlter Vorkernstadien, die nach dem Auftauen kultiviert werden müssten, damit sie sich zu Embryonen entwickeln. Tatsächlich bedeutet dies, dass die FDP die massenhafte Herstellung von Embryonen zu reinen Forschungszwecken anstrebt. Damit ist klar, auf welchen verhängnisvollen Weg die radikale FDP-Argumentation führt.
