25.02.2002
Enquete-Votum gegen Präimplantationsdiagnostik ist deutliches Signal
Zum Votum der Enquete-Kommission "Recht und Ethik der modernen Medizin" gegen die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) erklärt der stellvertretende Kommissions-Vorsitzende Hubert Hüppe MdB (CDU):
Die Enquete-Kommission hat sich heute mit großer Mehrheit gegen eine auch nur begrenzte Zulassung der PID ausgesprochen. Die entsprechende "Position A" fand eine Mehrheit von 16 gegen drei Stimmen.
Damit hat die Kommission ein außerordentlich deutliches und begrüßenswertes Signal für das Lebensrecht menschlicher Embryonen gesetzt und eine klare Position gegen eugenische Tendenzen, die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen und die Instrumentalisierung von Frauen bezogen.
Würde die genetische Selektion menschlicher Embryonen in der Petrischale zunächst auch nur ausnahmsweise zugelassen, so wäre dies praktisch nicht mehr rückholbar und hätte bald eine Ausweitung zur Folge. Die Erfahrungen mit der herkömmlichen Pränataldiagnostik belegen, wie einer Studie des Technologiefolgenabschätzungsbüros zu entnehmen ist, diese konkrete Gefahr.
Gleichzeitig sprach sich die Enquete-Kommission für eine Einschränkung der ausgeuferten Praxis der Pränataldiagnostik und der Spätabtreibungen aus.
Die Ablehnung der PID ist das Ergebnis über eineinhalb-jähriger Beratungen und Anhörungen der Enquete-Kommission "Recht und Ethik der modernen Medizin", die sich in einem fast 200 Seiten umfassenden Berichtskapitel niederschlagen.
