Zum Text springen

 

Berlin, 16. Mai 2003

Klonkonferenz: Klonbefürworter bringen keine neuen Argumente

Zu den Ergebnissen der heute zu Ende gegangenen Berliner Klonkonferenz eklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin" Hubert Hüppe MdB:

Neue Erkenntnisse hat die Tagung nicht gebracht. Wer an der Klon-Debatte beteiligt ist, fand die bekannten Positionen der bekannten Gegner, vor allem aber der bekannten Befürworter des Klonens menschlicher Embryonen zu Forschungszwecken.

Auf der Tagung nicht vertreten waren Fachleute, die mit den ethisch unbedenklichen adulten Stammzellen arbeiten und über bereits etablierte Therapien mit diesen Zellen hätten berichten können. Dies wäre umso angemessener gewesen, als die Notwendigkeit der Freigabe des Klonens und der anschließenden Tötung menschlicher Embryonen meist damit begründet wird, dass neue Therapien erforscht werden sollen.

Dass niemand sich offen für die Geburt geklonter Babies ausgesprochen hat, kann kaum als Überraschung aufgefaßt werden. Außer einer Sekte und einigen wenig seriösen Ärzten befürwortet niemand ernsthaft das Klonen mit dem Ziel geklonter Neugeborener. Auffällig war, dass in der Schlußrunde zum internationalen Vergleich der Rechtslage kein deutscher Vertreter zu Wort kam, der das konsequente Klonverbot des Embryonenschutzgesetzes verteidigt hätte. Vor diesem Hintergrund ist bemerkenswert, dass Konferenzorganisator Honnefelder in seinem Schlußwort festgestellt hat, die Tagung habe den deutschen Standpunkt international unterstreichen sollen.

Informationsbedarf zur Klonthematik besteht vor allem und offensichtlich - wie die widersprüchlichen Äußerungen von Kabinettsmitgliedern in der Vergangenheit gezeigt haben - insbesondere bei Gerhard Schröder und seinem Kabinett.

Als sich Gerhard Schröder im Januar für eine Diskussion über die Legalisierung des Forschungsklonens ausgesprochen hat, mußte der stellvertretende Sprecher Hans Langguth "die Position des Bundeskanzlers" bestätigen und einräumen, dass trotz einer breiten gesellschaftlichen Diskussion die Regierung sich mit dem Thema noch nicht befasst habe. Deshalb wird es interessant sein, ob und wann sich das Kabinett nun endlich mit dem Thema befassen und eine Linie festlegen wird. An der Antwort auf die Frage, ob Rot-Grün am Embryonenschutzgesetz festhalten will oder nicht, hat die Öffentlichkeit nach jahrelanger Debatte ein mehr als berechtigtes Interesse.

Offensichtlich dient die Klonkonferenz und die angekündigte sorgfältige Auswertung der Ergebnisse aber auch dem Zeitgewinn: In acht Wochen geht der Bundestag in die Sommerpause - aber bereits im September beginnen in New York wieder die Verhandlungen über eine UN-Konvention gegen das Klonen. Im Februar hatte der Bundestag mit breiter fraktionsübergreifender Mehrheit die Bundesregierung aufgefordert, ihre Linie zu ändern und für ein Verbot jeden Klonens einzutreten. Wenn der am Rande der Tagung immer wieder durchsickernde neue Vorschlag der Bundesregierung tatsächlich nur das reproduktive Klonen wirklich unterbinden, das therapeutische Klonen aber nur auf freiwilliger nationaler Basis regeln lassen will, würde die Bundesregierung die parlmentarische Sommerpause sehr zu schätzen wissen.

Seitenanfang