Berlin, 13. Februar 2004
Klonembryonen: Jetzt Klonexperimente international ächten
Zur Veröffentlichung der koreanischen Klonexperimente mit menschlichen Embryonen erklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe, stellvertretender Vorsitzender der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin":
Mit der detaillierten Veröffentlichung über das experimentelle Klonen menschlicher Embryonen ist zu befürchten, dass in Kürze eine Vielzahl von Nachahmern ebenfalls Klonexperimente starten werden. Dies erfordert massenhafte Eizellspenden junger Frauen unter risikoreichen und belastenden Hormonbehandlungen.
Wenn dem Klonen nicht rasch und entschieden auf internationaler Ebene Einhalt geboten wird, ist möglicherweise schon in wenigen Jahren eine massenhafte, quasi-industrielle Erzeugung von geklonten Forschungsembryonen zu erwarten. Menschliche Klonembryonen würden eine katalogmäßig verfügbare Handelsware, mit genetischer Typklasse, Qualitätsstandards und Marktpreisen.
Niemand könnte kontrollieren, ob mit solchen Embryonen, sobald sie erst verfügbar sind, Schwangerschaften herbeigeführt werden, um ungewollt kinderlosen Paaren einen Kinderwunsch zu erfüllen. Etliche Mediziner haben bereits in der Vergangenheit Klon-Schwangerschaften öffentlich angekündigt, iher Motive reichen von maßlosem wissenschaftlichen Ehrgeiz bis zu religiösem Spinnertum.
Ein Verbot des "reproduktiven Klonens", also der Geburt eines geklonten Kindes, wäre praktisch nicht durchsetzbar. Falls überhaupt je zu beweisen wäre, dass es sich um eine Klon-Schwangerschaft handelt, sollte dann die Mutter bestraft werden? Oder sollte die Abtreibung mutmaßlicher Klon-Schwangerschaften staatlich angeordnet werden?
Jetzt ist der Zeitpunkt, eine UN-Klonkonvention auf den Weg zu bringen, die eine menschenwürdewidrige Praxis rechtzeitig stoppt. Dies wäre in Übereinstimmung mit der Beschlusslage des Bundestages. Im September muss die Bundesregierung in New York Farbe bekennen, ihre bisherige halbherzige Position kann vor der aktuellen Herausforderung keinen Bestand mehr haben.
