Berlin, 07. April 2005
Müntefering sollte seine Hausaufgaben machen, statt das Klonen zu befürworten
Anlässlich der Befürwortung des Forschungsklonens durch den SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzenden Franz Müntefering erklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe, stellvertretender Vorsitzender der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin":
Die SPD-Spitze ist angesichts der verheerenden Arbeitsmarktsituation, der Defizite des Bundeshaushalts und der anhaltend schlechten Wirtschaftslage offenbar derart konfus, dass sie jetzt nicht nur zu Waffenexporten nach China, sondern sogar zum Forschungsklonen Zuflucht nimmt.
Müntefering sucht mit seiner Stellungnahme zugunsten des Klonens den Schulterschluss mit Bundeskanzler Gerhard Schröder, der sich am 17. März in seiner Regierungserklärung vor dem Bundestag für das Klonen eingesetzt hatte. Am 14. März hatte der britische Klonforscher Ian Wilmut, der neuerdings Klonexperimente mit menschlichen Embryonen durchführt, aus der Hand des Gesundheits-Staatssekretärs den Paul-Ehrlich-Preis erhalten. Knapp die Hälfte des Preisgeldes von 100.000 EURO stammt aus dem Bundesgesundheitsministerium von Ulla Schmidt.
Das Klonen menschlicher Embryonen und ihre Tötung zu Forschungszwecken sind weder ethisch zu rechtfertigen, noch werden dadurch die Arbeitsplätze geschaffen, die Deutschland braucht. Bundestag und Bundesrat haben das Klonen als menschenwürdewidrig verurteilt. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat erst vor vier Wochen eine Erklärung beschlossen, die unter Berufung auf die Menschenwürde jedes Klonen ächtet. Auch die deutsche Delegation hat für diese Resolution gestimmt. Das Europäische Parlament hat sich mehrfach gegen das Klonen gewandt.
Mit Spannung dürfen wir abwarten, ob und wann der grüne Koalitionspartner sich von der klonfreundlichen SPD-Linie distanziert. Interessant wird auch sein, ob diese Distanzierung genauso spät, halbherzig und lauwarm kommt wie bei der Aufhebung des Waffenembargos gegen China.
Es gäbe zahlreiche Forschungsfelder, die nicht nur ethisch akzeptabel, sondern chancenreicher sind als das Forschungsklonen, und von denen weitaus mehr Menschen profitieren können. Hier könnte SPD-Chef Müntefering massive Förderung ansetzen, wenn es ihm wirklich um den Standort Deutschland geht.
