Berlin, 14. Dezember 2005
Neue Vorwürfe gegen Klonforscher Hwang diskreditieren Klonexperimente
Anlässlich der heute bekannt gewordenen endgültigen Distanzierung des US-Forschers Gerald Schatten von dem südkoreanischen Klonforscher Hwang erklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe, stellvertetender Vorsitzender der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin" in der 15. Wahlperiode:
Die öffentliche Distanzierung des US-Forschers Gerald Schatten von der gemeinsam mit Hwang veröffentlichten Studie über Erfolge des sogenannten "therapeutischen Klonens" wirft nun auch Zweifel an der wissenschaftlichen Seriosität der südkoreanischen Klonexperimente auf.
Zusätzlich zu den bisher bereits bestätigten ethischen Vorwürfen gegen den koreanischen Klonforscher erhebt Gerald Schatten heute den Vorwurf gegen Hwang, die Studie wissenschaftlich manipuliert zu haben. Aus diesem Grund lässt Schatten seinen Namen von der gemeinsam publizierten Studie tilgen. Dies kommt einer wissenschaftlichen Verurteilung gleich.
Damit erscheinen die teilweise frenetischen Beifallsbekundungen für Hwang aus Reihen der Befürworter des Forschungsklonens als zunehmend unbegründet. Auch in Deutschland wurden Hwangs ethisch und wissenschaftliche zweifelhafte Forschung von manchen vorschnell als Vorbild gepriesen. So zitierte das Deutsche Ärzteblatt den Vorstandsvorsitzenden der Berliner Charité, Prof. Detlev Ganten, bei einem Berliner Treffen mit Hwang im September mit den Worten: "Ich wünschte, wir könnten Ihren Spuren folgen".
Vielmehr lässt nicht nur das heutige Geschehen es als wünschenswert erscheinen, dass Deutschland den Spuren Hwangs gerade nicht folgt. Denn der zentrale ethische Einwand gegen die südkoreanischen Klonexperimente ist, dass ein menschlicher Embryo durch Klonen erzeugt wird mit dem alleinigen Ziel, ihn nach einiger Zeit zu Gewinnung von Stammzellen wieder zu töten. Dies ist durch das deutsche Embryonenschutzgesetz verboten, und dabei sollte es auch bleiben.
