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Berlin, 10. Januar 2006

Klonen: Fälschungen des Koreaners Hwang nicht nur wissenschaftlich unethisch

Anlässlich des Abschlussberichts zu den Forschungsfälschungen des südkoreanischen Klonforschers Hwang erklärt der für Bioethik zuständige Berichterstatter der Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Hubert Hüppe, stellvertetender Vorsitzender der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin" in der 15. Wahlperiode:

Die Herstellung menschlicher Embryonen durch Klonen, um sie später zur Stammzellgewinnung zu töten, ist an sich ethisch unvertretbar.

Hwang und sein US-Partner Gerald Schatten sind aber noch darüber hinaus gegangen. Die Behauptung, sie hätten "patientenspezifische" Stammzellen für unheilbar Kranke durch Klonen hergestellt, ist ein ethisch verwerflicher PR-Gag auf Kosten verzweifelt hoffender Menschen. Denn für den "proof of principle" hätte es keines Zellkernspenders mit Rückenmarksverletzungen bedurft. Die Zellkernspender als "Patienten" zu bezeichnen, ist eine gezielte Irreführung, denn es ging nicht um Therapie von Patienten, sondern um Grundlagenforschung.

Hwang und Schatten haben damit auf die Weckung von unbegründeten Hoffnungen bei leidenden Menschen spekuliert. Selbst wenn ihre Studie keine Fälschung wäre, wären therapeutische Erwartungen wissenschaftlich nicht begründet. Sogar Professor Oliver Brüstle, prominentester deutscher Verfechter der Forschung an embryonalen Stammzellen, glaubt nicht an Therapien durch sogenanntes "therapeutisches Klonen". Der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Ernst-Ludwig Winnacker, bezeichnet "therapeutisches Klonen" als Irrweg.

Die Instrumentalisierung der Not unheilbar Kranker für die eigene Karriere und Forschungsgelder ist in ethischer Hinsicht noch weit verwerflicher als die reine Fälschung wissenschaftlicher Daten.

Dennoch haben auch in Deutschland Lobbyisten des Klonens und Politiker die vermeintlichen koreanischen Fortschritte begierig aufgegriffen, um die Lockerung deutscher Gesetze zu fordern. Dies war genauso unseriös wie Hwang's Bezeichnung der Zellkernspender als "Patienten".

Dass sowohl Hwang als auch Schatten offenschichtlich in Kokurrenz gegeneinander Klonpatente angemeldet haben, belegt wirtschaftliche Interessen, die vor dem behaupteten selbstlosen Motiv der Heilung Schwerkranker rangieren.

Wir wollen medizinischen Fortschritt und ethisch verantwortliche Wissenschaft. Das heutige Verdikt über Hwangs Vergehen bietet weitere Argumente zugunsten der Forschung mit ethisch unbedenklichen adulten Stammzellen, die bereits heute therapeutisch anwendbar sind.

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