Berlin, 23. November 2006
Embryonale Stammzellen:
Eingeständnis der Falschdarstellung in "Nature"-Artikel
Zur heute in "Nature" erschienenen Korrektur der Behauptung amerikanischer Stammzellforscher, sie hätten embryonale Stammzellen gewonnen, ohne Embryonen zu töten, erklärt Hubert Hüppe, MdB, Berichterstatter für Bioethik und Gentechnik der CDU/CSU-Arbeitsgruppe Gesundheit und in der 14. und 15. Wahlperiode stv. Vorsitzender der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin":
Die heutige Korrektur illustriert einmal mehr, dass die Debatte um embryonale Stammzellen von wissenschaftlich unseriösen und unbelegten Behauptungen geschürt wird.
Was Nature beschönigend als "Klarstellungen" bezeichnet, ist bei genauem Hinsehen das Eingeständnis der Autoren um Robert Lanza, die Öffentlichkeit falsch unterrichtet zu haben.
Sämtliche Embryonen wurden in der Studie zur Stammzellgewinnung getötet. Die Abbildung eines angeblich überlebenden Embryos in der im August online veröffentlichen Arbeit kann nur als gezielte Irreführung angesehen werden. Es ist mehr als unverständlich, dass dies dem "peer review" entgangen sein sollte - insbesondere vor dem Hintergrund, dass "Nature" in der Aufklärung des Fälschungsskandals um den Koreaner Hwang und das Konkurrenz-Magazin "Science" eine führende Rolle gespielt hatte.
Die Firma ACT hatte im August in einer Presseerklärung behauptet, sie habe ein Verfahren demonstriert, mit dem aus einer einzelnen einem Embryo entnommenen Zelle embryonale Stammzellen gewonnen werden, ohne den Embryo zu schädigen. Dies ist die Unwahrheit. Dennoch hatte Robert Lanza am 24. August im Nature-podcast nochmals ausdrücklich diese Behauptung aufgestellt.
Die gewundenen Eingeständnisse der US-Stammzellforscher stehen in einer Reihe von Übertreibungen oder Falschdarstellungen im Zusammenhang mit embryonalen Stammzellen und sogenanntem "therapeutischen" Klonen. Es wäre an der Zeit, dass auch der Nationale Ethikrat seine mittlerweile eingestandene unrichtige Aussage, "therapeutisches" Klonen sei im Tierversuch demonstriert worden, durch Errata zu seinen beiden betroffenen Publikationen richtig stellt.
