Berlin, 10. Januar 2007
Weder Therapien noch klinische Studien mit embryonalen Stammzellen
Zur Studie der wissenschaftlichen Dienste des Bundestages "Stand der Forschung und Potenziale von embryonalen und adulten Stammzellen" erklärt Hubert Hüppe MdB, Berichterstatter tür Bioethik und Gentechnik der CDU/CSU-Arbeitsgruppe Gesundheit und in der 14. und 15. Wahlperiode stv. Vorsitzender der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin":
Es gibt weder Therapien noch klinische Studien am Menschen mit embryonalen Stammzellen, zu deren Gewinnung menschlichen Embryonen getötet werden müssen.
Dies ist das Ergebnis einer umfangreichen Recherche, die die wissenschaftlichen Dienste des Bundestages in meinem Auftrag durchgeführt haben. Hierfür wurden einschlägige wissenschaftliche Datenbanken und Fachliteratur ausgewertet und in einer Übersichtsarbeit zusammengefasst, die den gegenwärtigen Stand der Forschung mit embryonalen und adulten Stammzellen sowie Stammzellen aus Nabelschnurblut wiedergibt.
Die ethisch unproblematischen adulten Stammzellen, so der Befund der wissenschaftlichen Dienste, werden seit vier Jahrzehnten in der Therapie eingesetzt. Zusätzlich werden sie in weiteren klinischen Studien erprobt, dabei werde über positive Effekte in verschiedenen Indikationen berichtet. Auch Stammzellen aus Nabelschnurblut werden seit einigen Jahren therapeutisch und in Studien eingesetzt.
Ob es je Therapien mit embryonalen Stammzellen geben werde, lässt die Ausarbeitung offen, doch "erscheint es plausibel, dass eine medizinische Therapie mit embryonalen Stammzellen, wenn überhaupt, dann eher in einem Zeithorizont von 20 Jahren zu realisieren sein könnte".
Die wissenschaftlichen Dienste des Bundestags haben einen verdienstvollen Beitrag zur Versachlichung der aktuellen Stammzelldebatte geleistet. Naherwartungen eines Heilungspotentials durch embryonale Stammzellen haben jedenfalls keine Stütze im wissenschafltichen Forschungsstand.
Insbesondere kann nicht mehr argumentiert werden, das Stammzellgesetz müsse geändert werden, damit therapeutisch anwendbare "neue" Stammzellen nach Deutschland importiert werden können.
