Berlin, 22. Februar 2007
10 Jahre Klonen von Säugetieren
"Therapeutisches Klonen" hat nie funktioniert
Anlässlich des zehnten Jahrestages der öffentlichen Vorstellung des Klonschafes "Dolly" erklärt Hubert Hüppe MdB, Berichterstatter für Bioethik und Gentechnik der CDU/CSU-Arbeitsgruppe Gesundheit und in der 14. und 15. Wahlperiode stv. Vorsitzender der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin":
Die Anwendung des Klonverfahrens, dem "Dolly" ein kurzes Leben von Juli 1996 bis Februar 2003 verdankte, auf Menschen ist aus ethischen Gründen inakzeptabel. Dies ist Kern der vor zwei Jahren verabschiedeten UN-Resolution zum menschlichen Klonen.
Seit im Herbst 1998 erstmals menschliche embryonale Stammzellen publiziert wurden, kam eine Diskussion über die Hypothese des sogenannten "therapeutischen Klonens" von menschlichen Embryonen auf. Klon-Embryonen, so die Spekulation, könnten erzeugt werden, um sie später zur Gewinnung von Stammzellen zu töten, die genetisch mit einem Patienten übereinstimmen.
Solch ein Verfahren ist nicht nur mit der Menschenwürde unvereinbar, es scheint auch wissenschaftlich nicht durchführbar. So konnte das "therapeutische Klonen" in keinem Tierversuch bestätigt werden. Die Publikationen des Koreaners Hwang, der Stammzellen aus geklonten menschlichen Embryonen hergestellt haben wollte, stellten sich als eine der größten Wissenschaftsfälschungen heraus.
Zehn Jahre nach "Dolly" ist es an der Zeit, eine nüchterne Bilanz zu ziehen. Klonen zu therapeutischen Zwecken ist ein Irrweg.
Knappe Forschungsressourcen und therapeutische Hoffnungen sollten auf tatsächlich aussichtsreiche therapeutische Ansätze gerichtet werden. Aktuell verzeichnet die Datenbank der US National Institutes of Health (NIH) insgesamt 1384 klinische Studien mit adulten Stammzellen, die praktisch keine ethischen Probleme aufwerfen. Mit adulten Stammzellen etwa des Knochenmarks oder des Nabelschnurblutes gibt es etablierte Therapien.
