Berlin, 08. Juni 2007
"Stammzellen aus Haut" - Wende in deutscher Stammzelldebatte
Zur Rolle der neuen Stammzell-Publikationen für die deutsche Stammzelldiskussion erklärt Hubert Hüppe MdB, Berichterstatter für Bioethik und Gentechnik der CDU/CSU-Arbeitsgruppe Gesundheit und in der 14. und 15. Wahlperiode stv. Vorsitzender der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin":
Die Gewinnung pluripotenter Stammzellen aus Hautzellen , die alle Eigenschaften embryonaler Stammzellen zeigen, entspannt die deutsche Stammzelldebatte.
An ihnen kann die Entwicklung von Stammzellen zu gewebetypischen Zellen erforscht werden. Insbesondere können hierfür auch Zellen verwendet werden, die Krankheitsgene tragen. Für die Grundlagenforschung ist das ein wichtiger und ethisch unbedenklicher Fortschritt, auch wenn man hinischtlich therapeutischer Erwartungen vorsichtig sein muss.
Nun sollten auch deutsche Wissenschaftler an der Optimierung der japanischen und amerikanischen Ergebnisse arbeiten. Um diese Forschung zu beschleunigen, sollten gezielt öffentliche Gelder eingesetzt werden. Bundesforschungsministerin Schavan hat dies bereits angekündigt.
Neben den aus Hautzellen erzeugten Stammzellen, gibt es Stammzellen im Fruchtwasser und im Nabelschnurblut mit Eigenschaften embryonaler Stammzellen. Lebergewebe, das aus Nabelschnurblut-Stammzellen gezüchtet wird, findet heute schon Einsatz in der Arzneimittelentwicklung, Nabelschnurblut wird heute schon zur Heilung von Patienten eingesetzt. Wir brauchen eine koordinierte Anstrengung zum Aufbau öffentlicher Nabelschnurblut-Banken. Diese wertvolle Stammzellquelle darf nicht weiter als Abfall entsorgt werden.
Für Grundlagenforschung sind embryonale Stammzellen, die durch Tötung von Embryonen gewonnen werden, nicht erforderlich. Für eine Verschiebung des Stichtages im Stammzellgesetz gibt es keinen Anlass.
