Berlin, 27. November 2007
Stammzell-Durchbruch hätte in Deutschland erzielt werden können
Zur Argumentation, die erfolgreiche "Reprogrammierung" menschlicher Hautzellen zu "embryonalen" Stammzellen zeige die Notwendigkeit eines ausgeweiteten Stammzellenimports, erklärt der CDU-Bundestags-Abgeordnete und für Bioethik zuständige Berichterstatter der Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hubert Hüppe, MdB:
Die Forderung nach Ausweitung des Stammzellimports kann sich gerade nicht auf die iPS-Publikationen berufen.
Yamanaka und Thomson haben die weltweit ältesten verfügbaren embryonalen Stammzellen verwendet, um durch Vergleich mit ihnen die erfolgreiche Reprogrammierung von Hautzellen zu iPS-Zellen nachzuweisen.
Die von Yamanaka und Thomson verwendeten embryonalen Stammzelllinien können legal nach Deutschland importiert werden. 22 von 23 genehmigten deutschen Stammzellimporten verwenden diese 1998 von Thomson etablierten Linien. Brüstle, Schöler und Hescheler arbeiten damit.
Der jüngste Stammzell-Durchbruch hätte daher in Deutschland erzielt werden können.
Es wäre absurd zu glauben, international führende Stammzellforscher wie Yamanaka und Thomson hätten für ihre Pionier-Leistung vorsätzlich unbrauchbare und wissenschaftlich wertlose embryonale Stammzellen ausgewählt, obwohl sie freien Zugriff auf die angeblich besseren, neuesten Linien haben.
Im Gegenteil: Offensichtlich halten bedeutende Stammzellforscher wie Thomson und Yamanaka diese „alten” Linien für die geeignetsten.
Wer Abschaffung oder Verschiebung des Stichtags will, kann sich jedenfalls nicht auf diese bahnbrechenden Arbeiten berufen.
