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Berlin, 30. Juni 2008

Makabres Sommertheater von "Dr. Kusch Sterbehilfe e.V."

Anlässlich der heutigen Pressekonferenz des früheren Hamburger Justizsenators, der behauptet, er habe erstmals Sterbehilfe geleistet, erklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe, Berichterstatter für Bioethik der CDU/CSU-Arbeitsgruppe Gesundheit und in der 14. und 15. Wahlperiode stv. Vorsitzender der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin":

Roger Kusch hat der Frau, die Angst hatte, in ein Pflegeheim zu müssen, in ihrer Not nicht geholfen - gerade angesichts der heute deutlich besseren ambulanten Versorgung. Die Frau war weder unheilbar krank, noch litt sie unter unbeherrschbaren Schmerzen, noch war sie der Apparatemedizin "ausgeliefert".

Kusch hat sie einem unbegleiteten einsamen Tod überlassen, da er nach seinen Angaben den Raum verlassen hat, als die Frau nach Einnahme des Giftes noch bei vollem Bewusstsein war.

Der Fall zeigt, dass es dem Verein "Dr. Roger Kusch Sterbehilfe e.V." gar nicht um tatsächliche Hilfe für Menschen geht. Vielmehr wird Sterbehilfe als Ausweg aus einer bedrängenden sozialen Lage angeboten.

Roger Kusch hat die Situation dieser Frau ausgenutzt, um Selbstdarstellung zu betreiben. Bezeichnend ist, dass der von ihm gegründete und geleitete Verein seinen Namen trägt: "Dr. Roger Kusch Sterbehilfe e.V.". Die Gemeinnützigkeit dieses Vereins bedarf der Überprüfung.

Offenbar hat Kusch den Zeitpunkt der Tötung unter nachrichtenstrategischen Aspekten auf den Beginn der Sommerpause gelegt. Auch für die erstmalige Präsentation seiner Tötungsmaschine hatte er seinerzeit die Osterpause gewählt.

Kusch war mit seiner früheren Strategie, auf politischem Weg die Sterbehilfe durchzusetzen, nicht erfolgreich. Die von ihm 2006 gegründete und geleitete Partei "Heimat Hamburg", die neben der Abschaffung des Leinenzwanges für Hunde auch die Freigabe der Sterbehilfe in ihrem Programm hatte, ist inzwischen wieder aufgelöst.

Es fällt schwer, diesem gescheiterten politischen Sonderling mit seiner marktschreierischen PR abzunehmen, dass seine Sterbehilfe-Aktionen auf rein humanitären Motiven beruhen.

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