Berlin, 01. August 2008
Ethisch unbedenkliche Reprogrammierung erwachsener Zellen von Patienten beendet Klondebatte
Anlässlich der Reprogrammierung der Hautzellen von ALS-Patientinnen zu Nervenzellen durch amerikanische Forscher erklärt der CDU-Bundestags-Abgeordnete und für Bioethik zuständige Berichterstatter der Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hubert Hüppe, MdB:
Wieder ist gezeigt worden, was die Reprogrammierung erwachsener Zellen nach dem Yamanaka-Verfahren leisten kann. Nun stehen für die Laborforschung patientenspezifische Zellen von ALS-Patientinnen zu Verfügung. Dies gibt Hoffnung, dass mit ihnen zukünftig diese Krankheit besser verstanden und Ansätze zur Medikamentenentwicklung gefunden werden können.
Insbesondere wurde hier erreicht, was durch Klonen nie gelungen ist. Die zehn Jahre dauernde Diskussion des Klonens menschlicher Embryonen, um aus ihnen solche Zellen zu gewinnen, dürfte damit am Ende sein.
Allerdings ist vor therapeutischen Hoffnungen an die neuen Zellen zu warnen. Denn gerade weil die reprogrammierten Zellen den embryonalen Stammzellen derart ähnlich sind, ist mit ihnen auch das gefürchtete Tumorrisiko embryonaler Stammzellen verbunden.
Die Reprogrammierung nach dem Yamanaka-Verfahren begegnet keinen ethischen Einwänden, weil sie ohne Embryonenverbrauch auskommt, sie ist auch in Deutschland möglich.
