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Berlin, 08. August 2002

Hüppe: Rückgang der Drogentoten ist nicht Fixerstuben zuzurechnen

Zum Rückgang der Drogentodeszahlen im ersten Halbjahr 2002 erklärt der Beauftragte für Drogenpolitik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hubert Hüppe MdB:

Der erfreuliche Rückgang der Drogentodeszahlen im ersten Halbjahr 2002 um bundesweit 28,6 Prozent ist nicht - wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung behauptet - auf den Ausbau der Drogenkonsumräume zurückzuführen. Abgesehen davon, dass die Bundesregierung sich an der Finanzierung der Drogenkonsumräume nicht beteiligt und in manchen Bereichen - wie zum Beispiel der Prävention - die Mittel sogar gekürzt hat, zeigt ein Blick auf die nach Bundesländern aufgeschlüsselten Zahlen, dass es geradezu abenteuerlich ist, die positive Entwicklung mit Drogenkonsumräumen zu begründen.

Denn gerade auch in Ländern, die keine Fixerstuben haben, sind weniger Drogentote zu beklagen. So sind die Rauschgifttodesfälle in Bayern um 21,5 Prozent, Baden-Württemberg um 27,7 Prozent und in Brandenburg um 25 % gesunken. In Rheinland-Pfalz mit 28,9 Prozent, Berlin mit 32,9 Prozent, Mecklenburg-Vorpommern mit 33,3 Prozent und in Schleswig-Holstein mit 51,9 Prozent sanken die Todesfälle sogar über dem Bundesdurchschnitt - und dies, obwohl es dort keine Drogenkonsumräume gibt.

Dass es den von der Drogenbeauftragte der Bundesregierung behaupteten Trend nicht gibt, belegen Köln und Hannover, die beide über Fixerstuben verfügen. Dort sind im Gegensatz zum bundesweiten Rückgang die Drogentodesfälle gestiegen (Köln um 3,6 Prozent und Hannover um 50 Prozent).

Die wirklichen Ursachen für die erfreuliche Entwicklung liegen eher an anderen Stellen - zum Beispiel in der neugeregelten Methadonsubstitution mit der von der CDU/CSU geforderten Einführung des Methadonregisters. So stand noch im Jahr 2000 fast ein Viertel der Todesfälle im Zusammenhang mit Methadon.

Die heute vorgelegten Zahlen sind kein Grund zur Entwarnung. Weiterhin hoch problematisch bleibt der Bereich von Ecstasy. Erschreckend ist zudem, dass Deutschland zu einem Drogen-Transitland geworden ist. Offensichtlich ist es in Deutschland leichter als sogar in den Niederlanden, Drogen weiter in andere Länder zu exportieren.

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