Sprach-Kitas müssen gerettet werden

Erfolgreiches Modell zu einer gelungenen Integration darf von der Ampel-Regierung nicht zerschlagen werden.

Laut Haushaltsentwurf 2023 soll das Bundesprogramm „Sprach-Kitas“, das seit 2011 die sprachliche Bildung fördert, ersatzlos gestrichen werden. Dazu erklärt der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe:

„Sprache ist der Schlüssel zu einer gelungenen Integration. Gerade an dieser Stelle zu kürzen, ist ein Fehler der Ampel-Regierung mit weitreichenden Konsequenzen.

Der Beschluss des Bundeskabinetts, nach mehr als zehn Jahren die Mittel für das Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ zu streichen, ist völlig unverständlich. In ihrem Koalitionsvertrag hatte die Ampel noch versichert, dieses Programm weiterzuentwickeln und zu verstetigen.

Da etwa 40 Prozent der Kita-Kinder einen Migrationshintergrund haben, war dieser Ansatz gut und richtig. Eine Chance auf Interaktion, Teilhabe und letztlich Integration gibt es nicht zum Nulltarif. Ganz zu schweigen von den Folgen der Corona-Pandemie, die mit Hilfe des Sprachprogramms zumindest abgemildert wurden.

Allein im Kreis Unna werden 51 Kitas aus dem Bundesprogramm gefördert. Mir ist unverständlich, dass die Unterstützung dieses erfolgreichen Programms ausgerechnet in einer Zeit beendet werden soll, in der zahlreiche Kinder aus der Ukraine betreut werden müssen.

Eine Lösung für das Bundesförderprogramm „Sprach-Kitas“ muss jetzt in die Wege geleitet werden. Die einseitige Mittelstreichung von Seiten des Bundes muss gestoppt werden. Denn wir wissen, wie wichtig frühkindliche Bildung ist. Nicht nur bei Kindern mit Migrationshintergrund, sondern auch bei vielen Kindern ohne Migrationshintergrund, die sprachlichem Unterstützungsbedarf haben, legen die Sprach-Kitas das Fundament für schulischen und beruflichen Erfolg. Zu einem späteren Zeitpunkt aufzuholen, was hier in jungen Jahren versäumt wird, ist für die Betroffenen ungleich mühsamer und die Staatskasse deutlich teuer. Es ist daher kurzsichtig und unverantwortlich, wenn die Ampel das Programm „Sprach-Kitas“ ohne Übergangslösung auslaufen lässt. Solange der Bund keine Anschlussfinanzierung organisiert hat, muss er das Bundesprogramm samt begleitender Evaluation fortführen.“

Zum Hintergrund:
Kitas mit einem hohen Anteil an förderbedürftigen Kindern konnten aus dem Programm bisher 25.000 Euro pro Jahr für eine zusätzliche halbe Fachkraft beantragen, die dabei hilft, die sprachliche Bildung in den Kita-Alltag zu integrieren.

Foto: René Golz